Katholikentag

Erfolgreiche Präsentation auf dem Katholikentag

Auf dem diesjährigen Katholikentag präsentierten sich die Verbände CV, KV und UV zusammen mit der AGV an einem gemeinsamen Stand. Neben AGV und KV-Sekretariat hatte von KV-Gremienseite der Vorort die federführende Planung und Ausführung übernommen.

Da der Katholikentag zeitgleich zum in Hannover tagenden Aktiventag stattfand, beschlossen wir eine Arbeitsteilung und so war ich für die Präsentation und die Darstellung unseres Dachverbandes verantwortlich.

Als ich am Mittwochmittag den Stand zum ersten Mal betrat, dachte ich mir noch, wie viel Platz diese 50 m² doch böten. Jedoch änderte sich meine Meinung bald, als die ersten Lieferungen von Präsentationsmaterial eintrafen. Denn mit all den Aufstellwänden, Bildschirmen, Biertischgarnituren, Stehtischen, Blumen und Kisten mit Flyern und Give-aways aller vier Teilnehmer war der Stand bald so voll, dass man eher den Eindruck hatte, er sei zu klein.

Wer nun meint, die so oft, meines Erachtens fälschlicherweise, unterstellte Rivalität der einzelnen Verbände hätte das Arbeiten erschwert, der sei eines Besseren belehrt. Alle arbeiteten gut zusammen. Jeder, der eine Hand frei hatte, half beim „Nachbarn“. Was dem einen fehlte, lieh ihm der andere. Denn alle waren wir uns einig, dass nur eine gute Zusammenarbeit und ein gemeinsames Konzept eine erfolgreiche Darstellung des Katholischen Verbindungswesens möglichen machen würde. Und so präsentierte sich nach einigen Stunden harter Arbeit der gemeinsame Stand von KV, AGV, CV und UV bei der Eröffnung der Kirchentagsmeile am Donnerstagmorgen in der Größe ausreichend und mehr als ansehnlich. Die Aufstellwände waren an die Zeltinnenwände gewandert, Steh- und Biertische hatten ihren richtigen Platz gefunden und waren mit Informationsmaterial belegt, die Bildschirme strahlten ihre Botschaften ins Publikum und die vom UV beigebrachten Blumen gaben dem ganzen Stand ein einladendes Aussehen.

Besucher und Kartellbrüder besuchen den Stand

Das war auch wichtig, denn mit seiner Lage direkt am Eingang zum Mannheimer Congress Centrum Rosengarten, dem Hauptveranstaltungsort von Vorträgen und Podiumsdiskussionen und zugleich zentraler Besucherinformationsstelle, war reger Besucherandrang zu erwarten. Und diese Erwartungen wurden auch erfüllt. Die gesamten drei Tage, an denen die Stände der Kirchenmeile für die Besucher des Kirchentages Informationen über die unterschiedlichsten kirchlichen und kirchennahen Einrichtungen und Verbände boten, herrschte am Verband der Katholischen Studentenverbände reges Treiben. Interessierte Besucher jeder Altersschicht suchten Auskünfte über Wesen und Tätigkeiten der Studentenverbindungen und erhielten diese bereitwillig. Dabei wurden ihnen die Gemeinsamkeiten aller Verbände, aber natürlich auch die dezidierten Unterschiede je nach Wunsch knapp oder auch ausführlich erläutert. Einigen angehenden Studenten konnten im Zuge dessen gleich die Kontaktdaten der am geplanten Studienort wirkenden Kartellvereine mit auf den Weg gegeben werden. Ganz im Gegensatz zur oft negativ konnotierten Darstellung des Verbindungswesens im Allgemeinen zeigten die durchweg positiven Reaktionen der Standbesucher uns Vertretern vor Ort, welch positives Bild der Katholischen Verbindungen im Katholischen Milieu herrscht. Ein Bild, das durch die Präsenz auf dem Katholikentag sicher noch bestärkt wurde und welches in Zukunft im Bemühen um eine verbesserte Zusammenarbeit mit Vertretern und Gremien der Katholischen Kirche und Katholischen Verbänden genutzt werden kann und sollte.

Neben dem zu informierenden Publikum nutzten auch viele Aktive und Alte Herren aller Verbände die Gelegenheit, dem Stand einen Besuch abzustatten. Dieser intra- und interverbandliche Austausch ist wichtig und sinnvoll, kann so doch erkannt werden, dass alle Verbände und Verbindungen sich letztendlich vor dieselben Probleme und Herausforderungen gestellt sehen: Herausforderung durch die modularisierten Studiengänge, stagnierende Mitgliederzahlen, fehlende öffentliche Wahrnehmung etc. Um gemeinsame Probleme zu lösen, kann man sich auch auf gemeinsame Lösungssuche begeben. Die enge, vertrauensvolle und wirkungsvolle Zusammenarbeit der Vororte und weiterer Verbandsgremien, wie sie in den letzten Jahren praktiziert und weiterhin intensiviert wird, ist sicher auch ein Ergebnis derartiger gemeinsamer Unternehmungen wie dem Stand auf dem Katholikentag, welche ihrerseits wiederum nur durch diese gute Zusammenarbeit weiterhin möglich sind.

Diskussionen als Publikumsmagnet

Doch dient der Stand auf dem Katholikentag ja nicht nur der Selbstbeschäftigung des Katholischen Verbindungswesens. Dank der erfahrenen und wirkungsvollen Organisation der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) konnten prominente und öffentlichkeitswirksame Gäste am Stand begrüßt werden.

So standen die Bundesministerinnen Ilse Aigner (Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und Annette Schavan (Bildung und Forschung), sowie Bundesminister Kb. Hans-Peter Friedrich (Inneres) (Lu) jeweils mehr als eine halbe Stunde für Interviews zur Verfügung. In diesen Interviews, in denen sie zu den die Studentenverbände besonders wichtigen Fragen ihrer betreffenden Fachressorts Stellung nahmen, betonten alle drei auch die andauernde Wichtigkeit der Arbeit der Katholischen Studentenverbände und forderten unser beherztes und engagiertes Eintreten für die Belange unserer Mitglieder und der nachfolgenden Generationen insgesamt. Gerade die Bereiche Nachhaltigkeit und Bildung sind zentrale Themen der Arbeit von AGV und den Vororten und so konnten diese die Gelegenheit nutzen, ihre Positionen den Ministern darzulegen, welche von diesen gerne aufgenommen wurden.

Aus dem Bereich der Kirche beehrte s. E. der Apostlische Nuntius Jean-Claude Périsset den Stand. In seinem fast einstündigem Gespräch mit Vertretern der AGV und der Vororte ging er neben den aktuellen Aufgaben der Katholischen Kirche in Deutschland auch auf die Herausforderungen ein, vor die sich die Weltkirche gestellt sieht. Er wiederholte sein schon am Vorabend auf dem Empfang der Konrad-Adenauer-Stiftung explizit auf die Studentenverbindungen geäußertes Lob und bestärkte AGV wie die Vororte, weiterhin die Interessen der jungen Generation in Politik und Kirche zu artikulieren und zu vertreten. Gleichzeitig mahnte er aber auch an, den Blick nicht nur auf Deutschland zu belassen. Gerade die religiös motivierte Unterdrückung und Verfolgung von Christen, insbesondere in Afrika, sehe er mit großer Sorge. Die AGV hat hier schon wiederholt zu deutlicheren Worten der Bundesregierung aufgerufen. Derzeit entsteht in Zusammenarbeit mit den Vororten ein Positionspapier, um dieses Thema noch wirkungsvoller in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der entscheidenden politischen Gremien zu bringen.

Eine Podiumsdiskussion, an der der Vorsitzende der AGV, Kb Adam Strzoda (Mk) teilnahm, wurde genutzt, um einen weiteren Teilnehmer der Diskussion an den Stand zu bringen. S. E. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann nahm die Einladung gerne an und so konnte auch mit ihm ein längeres Gespräch geführt werden. Als Vorsitzender der Jugendkommission der DBK drehte sich dieses Gespräch hauptsächlich um die Vorstellungen, die junge Katholiken heute von der Katholischen Kirche haben und um die Forderungen, die sie an sie haben. Ebenso wurde auf die geäußerten Forderungen nach tiefgreifenden Änderungen innerhalb der Katholischen Kirche in Deutschland, die auch auf dem Katholikentag laut wurden, in dieser Diskussion eingegangen. Bischof Wiesemann und die Gesprächspartner aus AGV und Vororten waren sich einig darin, dass das Ziel eines Dialogprozesses nicht sein könne, stur auf seiner Maximalposition zu beharren. Vielmehr sei es nötig, dass beide Seiten aufeinander zugingen und einander zuhörten. Wer will, kann dies auch als dezenten Hinweis im derzeit laufenden Reformprozess innerhalb unseres Verbandes verstehen.

Sprichwörtlich „Glück“ hatten wir schließlich, als der Präsident des ZdK sich ebenfalls für ein kurzes Gespräch zur Verfügung stellte, bei dem er den Reformprozess noch einmal aus Sicht der katholischen Laien-(bewegung) betrachtete und ein insgesamt sehr positives Fazit bezüglich des Katholikentages zog.

Da all diese Gespräche vor dem Stand geführt und per Lautsprecheranlage verstärkt wurden, lockten diese stets viele Zuschauer bzw. –hörer an den Stand. Durch die Bedeutung und Kompetenz jedes einzelnen Gesprächspartners konnte sowohl der Öffentlichkeit nach außen, kann aber auch nach innen in die Verbände die nach wie vor hohe Bedeutung und Wertschätzung unserer Arbeit deutlich gemacht werden.

Zahlreiche Persönlichkeiten am Stand

Neben diesen längeren Gesprächen fanden sich etliche Persönlichkeiten am Stand ein, wo denjenigen, die im Katholischen Verbindungswesen bisher nicht so bewandert waren, eine kurze Einführung in dieses gegeben wurde. Begrüßt werden konnten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Dr. Robert Zollitsch (Freiburg), Kb. Dr. Reinhard Kardinal Marx (München) (UV, CV, Ale), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), der Medienbischof Dr. Gebhart Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (UV), der Leiter des Katholischen Büros Berlin, Kb. Prälat Dr. Karl Jüsten (Rh-I, Arm, Wf-K), der ehemalige Präsident des Zdk, Prof. Dr. Hans Maier, und der ehemalige Ministerpräsident und Ehrenvorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Bernhard Vogel. Den Besuch all dieser verdanken wir in großem Umfang dem Vorstand der AGV und ihrer seit Jahren intensiven Arbeit, wofür Ihnen hier der Dank des KV ausgesprochen sein soll. Ich hege keinerlei Illusionen, dass es mit einem alleinigen Stand des KV gelungen wäre, einen derart guten Platz auf dem Katholikentagsgelände zu erhalten, geschweige denn auch nur einen Teil der genannten Personen an diesem begrüßen zu können. Insbesondere denjenigen, die an einer gemeinsamen Arbeit von CV, KV, UV und AGV auf diesen Katholischen oder Ökumenischen Großveranstaltungen noch immer Zweifel hegen, sei diese meine Einschätzung ans Herz gelegt. Sie ist zugleich ein Aufruf, diese gewinnbringende Kooperation mindestens beizubehalten, sie eher noch zu stärken.

Viele Hände trugen zum Gelingen bei

Doch nicht nur der AGV gebührt Dank. Denn auch einige Kartellbrüder sind dem Aufruf des Vorortes gefolgt und haben bereitwillig ihren Platz am Stand eingenommen. Nachdem einige gegebene Zusagen bedauerlicherweise nicht eingehalten wurden, war meine Freude umso größer über die, die dann letztendlich zu Hilfe kamen. Dies waren die KbKb Benedikt Pauli, Matthias Ertelt und Andreas Schnegg (alle Zo), Andreas Wollani (Rbg) und von der „gastgebenden“ Verbindung Sebastian Hinz (Eck). Sie alle waren sich nicht zu schade, unseren Kartellverband jeweils mehrere Stunden am Stand zu vertreten und allen Fragenden geduldig Auskunft zu geben. Ohne die Unterstützung, wie sie von ihnen geleistet wurde, wäre es mir sicher nicht möglich gewesen, alle Verpflichtungen, denen man sich als Amtsträger auf einer derartigen Veranstaltung ausgesetzt sieht, zu erfüllen. Nicht vergessen soll an dieser Stelle auch mein Amtskollege des Altherrenbundsvorstandes August Peter Gräff (Lu, Li, Smn, Erm) sein, der wie ich die vollen fünf Tage in Mannheim mit der Vertretung des Kartellverbandes beschäftigt war und am Stand wichtige Dienste leistete. Den letzten Dank möchte ich an das KV-Sekretariat, besonders Herrn Maspfuhl richten. Nicht nur brachte er das gesamte Präsentationsmaterial von Marl nach Mannheim, half enorm bei Auf- und Abbau und brachte alles wieder zurück, sondern war auch in der Versorgung aller Helfer und als Fotograf nahezu andauernd gefordert. Und als ob dies noch nicht genug wäre, leistete er im Sinne der interverbandlichen Zusammenarbeit Hilfe bei Lagerung und Transport der Utensilien der anderen Dachverbände.

Gemeinsam ist mehr zu erreichen

Die fünf Tage in Mannheim haben mir vor allem eines gezeigt: Öffentlichkeitswirksamkeit erreichen wir als Vertreter des Katholischen Korporationswesens nur gemeinsam. Natürlich muss man dabei Kompromisse eingehen und ab und zu die eigenen Befindlichkeiten hintenan stellen, aber wenn ich den Katholikentag Revue passieren lasse, zeigt sich mir ganz klar, dass die Formen der Kooperation, wie wir sie zwischen CV, KV und UV pflegen, unverzichtbar sind, wenn wir unsere Belange in Politik, Gesellschaft oder der Kirche artikulieren wollen. Ich hoffe, dass sich bis zum nächsten Katholikentag in Regensburg, der vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 stattfindet, diese Formen erhalten und sich vielleicht sogar neue Formen finden werden. Das Drei-Verbände-Gespräch im vergangenen Februar lässt mich diesbezüglich Gutes erwarten.

Gabriel Raum VVOP

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