Thesenpapier „Generationengerechtigkeit“

– In Südeuropa herrscht eine exorbitant hohe Jugendarbeitslosigkeit. Wird diese nicht zeitnah bekämpft, raubt sie einer ganzen Generation die Perspektive und birgt darüber große soziale Sprengkraft, nicht nur in den einzelnen Mitgliedstaaten sondern für die gesamte EU.

– Die europaweite Freizügigkeit ist ein hohes gut, allerdings kann dieses Problem nicht durch massive Migration in die prosperierenden nord- und mitteleuropäischen Staaten gelöst werden. Es muss vor allem die Situation vor Ort verbessert werden.

– Die Hauptverantwortung dafür liegt bei den einzelnen Staaten, allerdings sind diese mit der Situation auch aufgrund der dortigen Haushaltskrisen überfordert. Somit sollten die Maßnahmen von der EU unterstützt und auch koordiniert werden.

– Das von der EU aufgelegte Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.ist ein Anfang, um wirkliche Erfolge zu erzielen ist es aber mit sechs Milliarden Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren angesichts von mehr als fünf Millionen Betroffenen nur ein Tropfen auf den heißen Stein und sollte massiv ausgeweitet werden. Die Zukunft der europäischen Jugendlichen sollte uns mindestens genauso wichtig sein wie die Rettung von maroden Banken und Sanierung von Staatshaushalten.

– Die Ausbildung ist in vielen südeuropäischen Ländern sehr akademisch und es wird oft am Bedarf vorbei studiert. Eine Einführung des dualen Systems erscheint daher als sinnvolle Möglichkeit eine praxisnähere Ausbildung zu ermöglichen um die Chancen der Jugendlichen zu verbessern. Am besten sollte diese flächendeckend eingeführt werden, falls sich dies nicht umsetzen lässt könnten einige (deutsche) Unternehmen eine Vorreiterrolle übernehmen und das duale System lokal einführen.

– Eine verbesserte Ausbildung nützt aber nur etwas wenn es auch entsprechende Jobs in der Region gibt. Daher muss das vordringlichste Ziel sein neue Arbeitsplätze in den betreffenden Ländern zu schaffen.

– Im Bereich der Produktion im Niedriglohnsektor kann Europa nicht mit China und anderen Schwellenländern konkurrieren. Die besten Chancen bestehen bei einer Spezialisierung auf hochqualitative Produkte und Dienstleistungen. Zusätzlich sollte wenn möglich für lokale Absatzmärkte produziert werden

Ein Beispiel hierfür wären grüne Technologien bei denen Europa eine Vorreiterrolle sowohl als Produktionsort als auch als Absatzmarkt zukommen könnte.

– Auch hier muss die EU eine fördernde und koordinierende Position einnehmen, da viele Krisenstaaten dies aktuell nicht leisten können.

– Die Förderung durch die EU sollte so angelegt werden, dass es Unternehmen lieber in die südeuropäischen Staaten investieren und dort neue Standorte aufbauen als beispielsweise in Schwellenländern. Eine Vorreiterrolle könnten dabei wertorientierte (familiengeführte) Mittelständler übernehmen.

– Unternehmen die in diesen Ländern investieren wollen brauchen zentrale Beratungsstellen zu EU-Förderprogrammen und lokalen Rahmenbedingungen. Diese könnten z.B. an den IHK angesiedelt werden.

– Insgesamt braucht es beides: Eine gezielte Förderung und Koordinierung durch die EU, sowie eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (Ausbildung, vereinheitlichte Rechtsstandards, weniger Bürokratie und Korruption) in den betroffenen Ländern.

Christian Schomakers (Aln)

Dr. Horst Manns (Aln)

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