102. Vertreterversammlung 2014 Bochum

Bericht zur 102. Vertreterversammlung vom 09.-11. Mai 2014 in Bochum

 

Die VV in Münster hatte 2013 mit einigen wegweisenden Reformen des KV die Grundlagen gelegt, durch Verlängerungen von Amtsperioden und die gleichzeitige Festlegung jährlicher Vertreterversammlungen als sog. „kleiner VV“ unser Jahrestreffen von erheblichen Regularien zu entlasten. Damit verband sich die Erwartung, mehr Zeit für inhaltliche Diskussionen zu haben, die seit langem von den KbKb eingefordert wurden, um unserem Selbstverständnis als katholischer Studenten- und Akademikerverband gerecht zu werden.

Insofern blickten viele Kartellbrüder mit einer besonderen Spannung und Erwartungshaltung auf die VV in Bochum. Das Vorbereitungskomitee unter der Leitung der KbKb Dr. Manns (OZ Bochum) und Dipl.-Ing. Klaus Rohde (Vorsitzender des AHV Rheno-Merovingia) hat es dabei geschafft, durch eine geeignete Tagungsstätte ein familiäres und im besten Sinn kartellbrüderliches Miteinander zu ermöglichen. Darüber hinaus gelang eine gute Verbindung der VV mit dem 110. Stiftungsfest des KStV Rheno-Merovingia, der am längsten ortsansässigen Korporation an der Ruhr-Universität Bochum.  Aktiventag (AT) und Altherrentag (AHT) tagten in zwei direkt nebeneinanderliegenden Räumen. Die Mahlzeiten einschließlich der Kaffeepausen konnten gleichfalls in diesen Räumen eingenommen werden. Dies ermöglichte einen ungezwungenen Austausch der Kartellbrüder auch in den Sitzungspausen.

Die Leitung der VV lag in den bewährten Händen der KbKb Sascha Schneider (Sv) beim AT und Reinhard Elzer (Rhein) beim AHT. Unter ihrer sachkundigen Ägide konnten die Tagesordnungspunkte erschöpfend diskutiert, aber dennoch zügig abgearbeitet werden.

Von den Beschlüssen sind hervorzuheben:

  • Bei den Akademischen Monatsblättern wird weiterhin angestrebt, 10 Ausgaben pro Jahr zu erstellen, sofern sie mit dem Budget und zusätzlichen Spenden finanziert werden können. Der Antrag auf eine Reduktion der Ausgaben auf 6 pro Jahr wurde im AT abgelehnt und im AHT nicht mehr zur formalen Abstimmung gestellt. Ein orientierendes Stimmungsbild ergab eine noch stärkere Ablehnung des Antrags im AHT.
  • Der Haushaltsplan wird im internen Bereich der der KV-Homepage veröffentlicht. Alle Kartellbrüder können grundsätzlich auch im KV-Sekretariat eine gedruckte Version des Haushaltsplans anfordern.
  • Protokolle der KV-Rat-Sitzungen werden weiterhin nicht in den AM veröffentlicht; sie sind allerdings auf der KV-Homepage im internen Bereich einsehbar.

[Anmerkung des Verfassers: Die KV-Rat-Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich. Jeder Kb kann – mit Ausnahme der Personen-bezogenen Tagesordnungspunkte – daran teilnehmen!]

  • Auf Antrag des KV-Rats wurde „Multimediale Gesellschaft“ als Jahresthema 2015 beschlossen.
  • Ein Beschlussbuch mit allen VV-Beschlüssen wird ab der VV 2014 angelegt und in den internen Bereich der KV-Homepage gestellt.
  • Mitgliederzahlen der AHVAHV können im internen Bereich der KV-Homepage eingesehen werden.
  • Die Aktivenvereine stellen dem KV-Sekretariat digitale Versionen des Semesterprogramms und aktuelle E-Mail-Listen zu Verfügung.
  • Das Jahrbuch wird zur Reduktion der Versandkosten (ca. 5,- €/Stück) nur in drei Exemplaren je Aktivitas versandt. Weitere Exemplare können von den Aktiven angefordert werden. Der AT bittet den KV-Rat, zwecks weiterer Kostenersparnis auch beim Versand des Jahrbuchs an die AHAH zunächst nur CD-ROM’s zu verschicken und die gedruckten Exemplare nur auf Anforderung zu versenden.
  • Im Rahmen des Vorortsübergabekommerses (jeweils letztes Oktoberwochenende) soll zukünftig eine Fuchsentagung stattfinden, zuerst in diesem Jahr in Aachen.
  • Zum neuen Vorort wurde die Region Bayern-Nord mit der KStV Mainfranken als Vorortskorporation gewählt, zum neuen VOP Kb Michael Baumann  (Ma, Ale), zum neuen VVOP Kb Stefan Bauch (Rh-E, Rh-F).
  • Neuer vom AT gewählter Vertreter im KV-Rat ist Kb Julian A.F. Goertz (Wk) in der Nachfolge von Kb Stefan Gaßmann (Mk).
  • Die VV 2015 wird in Paderborn stattfinden, der konkrete Termin steht noch nicht fest.
  • [Anm.: An dieser Stelle nochmals ein ganz besonderer Dank an die KbKb in Paderborn, die sich spontan zur Ausrichtung der VV 2015 bereiterklärten. Eine andere Universitätsstadt, mit der der KV-Rat in längerem erfolgversprechendem Kontakt gestanden hatte, zog die lange signalisierte Bereitschaft unmittelbar vor der VV zurück, ohne allerdings den KV-Rat vor der VV bzw. auf der VV angemessen davon in Kenntnis zu setzen.]
  • Die VV 2016 wird vom 26. bis 29. Mai in Aachen stattfinden.

Erfreulicherweise blieb tatsächlich genug Zeit für einen akademisch-kartellbrüderlichen Austausch zwischen den KV-Generationen. Der Zeitpunkt der VV drei Wochen vor der Europawahl hatte es nahegelegt, das Jahresthema „Europa“ aufzugreifen. Daher war eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Europa der Generationengerechtigkeit“ organisiert und in die VV eingebettet worden. Für die Leitung dieses Symposiums konnte Kb Prof. Dr. Dr. Heiner Timmermann (Wf-K, Rbg), gewonnen werden. Kb Prof. Timmermann lehrt Europäische Geschichte der Neuen und Neuesten Zeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena  und steht an der Spitze der Akademie Rosenhof in Weimar, einer Bildungseinrichtung, die sich als Institut für Sozialmanagement, Sozialwissenschaft, politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit versteht. Als sehr positiv erwies sich die zeitliche Positionierung der Podiumsdiskussion in einer Unterbrechung der VV-Beratungen. Dadurch war allen VV-Teilnehmern, zahlreichen weiteren Aktiven wie auch Gästen und KbKb aus dem Umland eine Teilnahme möglich.

Unter der souveränen Leitung von Kb Prof. Timmermann diskutierten

  • Christina Schwarzer MdB (CDU), Mitglied im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie im Ausschuss Digitale Agenda,
  • Kb Dr. Frank Reinders (Rbg), Brüssel, Hauptverwaltungsrat bei der EU-Kommission a.D.,
  • Kb Rudolf Dadder (Arn), Weimar, Vorstandsvorsitzender der Trägerwerke Soziale Dienste AG,
  • Kb Gabriel Raum (Erw), Stv. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV) und ehem. Grundsatzreferent für kirchenpolitische und ethische Fragen der AGV.

Kb. Prof. Timmermann führte zunächst in die Diskussion ein, indem er auf die Wurzeln der europäischen Einigung hinwies, dabei aber den Bogen von der Gründung des Benediktiner-Ordens in Montecassino bis zur politischen Einigungsbewegung der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts spannte. Die Bedeutung der europäischen Aussöhnung nach jahrhundertelangen Konflikten und insbesondere zwei verheerenden Kriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts versinnbildliche die Einschätzung der Römischen Verträge vom 25. März 1957 durch einen britischen Kommentator, der darin das Ende des Vertrags von Verdun (10. August 843), der die Teilung des karolingischen Reiches in drei Teile regelte, sah.

Jeder der Diskussionsteilnehmer fokussierte zunächst in seinem Eingangsstatement wesentliche Aspekte aus dem breitgefächerten Themenkomplex.

Kb Dr. Reinders kritisierte die Einengung des Begriffs „Generationengerechtigkeit“ auf nahezu ausschließlich finanzielle, rechnungsmathematische und versicherungsrechtliche Fragen. Soziokulturelle Aspekte, die Frage gesellschaftlicher Normen und ihrer Rückkoppelung an Werte wie auch Aspekte der Nachhaltigkeit würden in den Überlegungen im politischen Raum oft fehlen. Der Zeithorizont im politischen Diskurs entspräche nicht den Perspektiven zukünftiger Generationen. Er erinnerte an ein Diktum des großen britischen Staatsmanns Winston Churchill, der betont hatte, dass Politiker in ihren Entscheidungen an die nächste Wahl, Staatsmänner aber an die nächste Generation denken würden. Kb Dr. Reinders wies in diesem Zusammenhang eindringlich darauf hin, dass diese nächste Generation schon jetzt als Kinder Teil unserer Gesellschaft sei.

Auch Frau Schwarzer konstatierte, dass die Rentendiskussion, die im Übrigen im Meinungsbild der Öffentlichkeit sehr negativ besetzt sei, das Themenfeld Generationengerechtigkeit in seiner Vielschichtigkeit völlig überlagern würde. Bei der Finanzierung der aktuellen Rentenpläne („Rente mit 63 Jahren“) wären erhebliche Finanzmittel in einer Größenordnung von 130 Mrd. erforderlich. Als Politikerin stünde sie gerade als Mitglied in einem Ausschuss, der sich u.a. der Arbeit für Familien und Jugend widme, in einem inneren Zwiespalt, da die Rentenpläne Teil eines Koalitionsvertrags seien, an den auch sie gebunden sei. Starre Regelungen würden zudem in dieser Frage wie auch in anderen Bereichen (z.B. beim sog. Betreuungsgeld) nicht zielführend sein. Oft bestünden erhebliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen, die man berücksichtigen müsse. Insgesamt würde es aber erforderlich sein, bei allen Lösungsansätzen, die Gerechtigkeit zwischen den Generationen erzielen sollten, mehr Vorsorge und mehr Investitionen in die Zukunft zu betreiben.

Kb Dadder stellte die Problematik einer fehlenden Definition, was „Gerechtigkeit“ sei bzw. leisten solle, in den Vordergrund seiner Überlegungen. Zwar würde Gerechtigkeit durchaus als Tugend begriffen, aber es fehle eine klare Vorstellung davon, wie sie zu verwirklichen sei.  Dagegen würde das subjektive Gefühl von Ungerechtigkeit sofort gespürt. Nach seiner Überzeugung könne man sich dem Ziel der „Generationengerechtigkeit“ dadurch nähern, in dem man als Ziel einen Ausgleich zwischen berechtigten Interessen verschiedener Generationen anstrebe.

Dabei spielten natürlich die finanziellen Ressourcen eine wesentliche Rolle, da der Bedarf durch die wachsende Zahl an Rentenempfängern und die längere Dauer des Rentenbezugs steige, aber die verfügbaren Mittel eher abnähmen. Diese Konstellation berge die Gefahr, dass für die junge Generation Mittel fehlen würden, die ihre Chancen auf eine angemessene berufliche Entwicklung schmälern würden. Das duale Ausbildungssystem etwa habe in den letzten Jahrzehnten Hervorragendes geleistet und dürfe nicht gefährdet werden. Vom Grundsatz her sollten zukünftige Konzepte die Grundprinzipien der christlichen Soziallehre, nämlich Personalität, Subsidiarität und Solidarität befolgen, da die politischen Konzepte des Marxismus und des reinen Kapitalismus versagt hätten. Auch bei bestem Bemühen der staatlichen Stellen blieben aber eine Erfordernis des eigenen Engagements als Ausdruck persönlicher Solidarität wie auch eine Notwendigkeit der Kontakte zwischen den Generationen bestehen. Generationenübergreifende Begegnungen wären dabei nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich sehr hilfreich (etwa in der Unterstützung von Senioren durch junge Helfer), sondern auch umgekehrt ließe sich beobachten, dass die Zahl derjenigen Auszubildenden, die ihre Lehre abbrechen, deutlich zurückginge, wenn sich ältere erfahrene Kräfte um sie kümmern würden.

Als Vertreter der jungen Generation betonte Kb Raum den Aspekt der Gerechtigkeit innerhalb einer Gesellschaft zwischen den Generationen, die z.B. bei Förderungen der konkreten Lebenssituation junger Menschen in der Phase der Ausbildung, der beruflichen Etablierung wie auch der Familiengründung erkennbar sein müsse. In Anbetracht der Mobilität innerhalb Europas bestünde aber auch die Notwendigkeit, Gerechtigkeit innerhalb einer Generation über die Grenzen Deutschlands hinaus herzustellen. Arbeitslosenquoten bei Jugendlichen in den südlichen EU-Ländern bis fast 60 % seien nicht hinzunehmen. Investitionen in Bildung seien hier vordringlich erforderlich, um diesen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten; die Fokussierung der Diskussion allein auf das Rentenproblem greife zu kurz. Zudem betonte auch Kb Raum den Zeitaspekt: man könne angesichts der demographischen und wirtschaftlichen Perspektiven davon ausgehen, dass es den heute 60jährigen besser gehen würde als den 60jährigen in 30 Jahren, also den heute 30jährigen. Schließlich bestünde auch eine Verantwortung gegenüber den Kindern/Menschen, die jetzt noch gar nicht geboren seien.

In der sich anschließenden Diskussion unter den Podiumsteilnehmern, aber auch unter Einschluss zahlreicher Beiträge aus dem Auditorium kristallisierten sich einige Aspekte als besonders wichtig heraus:

  • Die Konzentration der Diskussion allein auf den Aspekt der Rentensicherung greift zu kurz.
  • Ehrenamtliche Tätigkeit als Teil gelebter Solidarität für andere Menschen ist unverzichtbar.
  • Das Empfinden jedes Bürgers für die Verantwortung für sein eigenes Leben muss vom Staat gefordert und gefördert werden; zu oft wird dies im erfahrbaren sozialen Umfeld nicht erlebt oder vorgelebt.
  • Neue Modelle der Berücksichtigung der berechtigten Interessen zukünftiger Generationen müssen entwickelt werden, etwa im Bereich der politischen Willensbildung.
  • Der sog. „Generationenvertrag“ im Bereich der Rentenversicherung darf nicht nur im Hinblick auf die ältere Generation verstanden werden, indem die aktiv Berufstätigen die Beiträge für die aktuellen Rentenzahlungen aufbringen. Der Generationenvertrag bedeutet auch, dass die junge Generation in der Lage sein muss, Kinder zu bekommen, aufzuziehen und angemessen ausbilden zu lassen, die in der Zukunft die eigene Rente sichern.
  • Bei der Betrachtung der Aufgaben der jungen Generation ist zu bedenken, dass jährlich mind. 100.000 Kinder aufgrund von Abtreibungen nicht geboren werden, bei einer zu vermutenden deutlich höheren Dunkelziffer. Diese Kinder fehlen nicht nur als Wirtschaftsfaktor bei den zu erwirtschaftenden Sozialleistungen, sondern gerade auch als Mensch, als Person, die z.B. Betreuungen, soziale Dienste und Ehrenamt leisten soll.
  • Gerechtigkeit gegenüber der jüngeren Generation setzt hochwertige Investitionen in ihre berufliche Qualifikation voraus, wobei diese Systeme nicht zu starr und unflexibel gestaltet sein dürfen.
  • Grenzüberschreitende Anerkennungen von Qualifikationen sind trotz der eigentlich harmonisierten Studiengänge immer noch nicht durchgehend Realität.
  • Lösungsansätze müssen zwar den europäischen Kontext berücksichtigen, auf der anderen Seite überfordert die Einbeziehung der Situation in entfernten europäischen Ländern viele Bürger und verleitet sie zur Politikverdrossenheit.

Konsens bestand darüber, dass bei allen Schwierigkeiten der jahrzehntelange Frieden im Herzen Europas verwirklichte Gerechtigkeit widerspiegelt. Dies darf als eine echte europäische Leistung begriffen werden.
Das Engagement zur Lösung der anstehenden Probleme kann dabei z.B. aus Erfahrungen im unmittelbaren persönlichen Umfeld erwachsen, wobei die Triebfedern für uns als KVer und katholische Akademiker in unseren Prinzipien liegen, die uns zu christlich-solidarischem Tun motivieren sollen.

Aus den Anregungen der Beiträge der Teilnehmer des Podiums wie auch des Plenums heraus wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, die unter der Moderation jeweils eines Aktiven und AH standen:

  • „Generationengerechtigkeit innerhalb der jungen Generation“: VVOP Christian Schomakers (Aln) und Dr. Horst Manns (Aln);
  • „Nachhaltigkeit“: VOP Andreas Wittenberg (Wk) und Harald Stollmeier (Gm, Nf, Sbg, Blt, Erm, Smn);
  • „Ehrenamt“: Manuel Backer (Sv) und Dr. Markus Wittenberg (Mk, Li).

Die in den drei Gruppen erarbeiteten Thesen wurden von der VV verabschiedet. Sie werden an anderer Stelle in den AM publiziert.

Nach Abschluss der VV fand der Festkommers unter dem gemeinsamen Präsidium des VOP Andreas Wittenberg (Wk) und des Seniors des KStV Rheno-Merovingia, Kb Patrik Dzambo, nach entsprechenden Umbauten in den gleichen Tagungsräumen statt. Die Organisatoren des KStV Rheno-Merovingia schafften dabei das beinahe Unmögliche, alle Chargen angemessen unterzubringen, obwohl die Anmeldedisziplin sehr zu wünschen übrig gelassen hatte. Noch drei Tage vor der VV waren lediglich 49 Chargen angemeldet, am Samstag waren es dann fast doppelt so viele, nämlich 94, darunter auch der amtierende Vorort des CV aus Aachen von der KDStV Kaiserpfalz. Aber auch diese Schwierigkeit wurde gemeistert und der Saal war schlussendlich bis auf den letzten Platz gefüllt. Allen Kartellbrüdern der Rheno-Merovingia sei an dieser Stelle nochmals für diesen organisatorischen Kraftakt gedankt!
In dem trotz des modernen Ambientes stimmungsvollen Kommers griff Herr Professor Dr. rer. pol. Joachim Wiemeyer, Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre an der Ruhr-Universität Bochum, in seiner Festrede den Gedanken der Generationengerechtigkeit nochmals auf. Erfreulich für die VV-Teilnehmer war es, dass er in seiner wissenschaftlichen Analyse zu ähnlichen Schlussfolgerungen kam wie unsere Arbeitsgruppen, z.B. in den Betrachtungen zur Nachhaltigkeit politischer Entscheidungen, der Erkenntnis der Erforderlichkeit ehrenamtlichen Engagements wie auch der Verantwortung für die junge Generation außerhalb Deutschlands, z.B. in der Vermittlung qualifizierter Berufsausbildungen zum Abbau der horrenden Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit gerade in den südlichen EU-Ländern.

Der Charakter eines kombinierten VV- und Stiftungsfestkommerses anlässlich des 110jährigen Jubiläums des KStV Rheno-Merovingia kam besonders in den feierlichen Rezeptionen und Promotionen zum Ausdruck, die der Senior Patrik Dzambo vornehmen konnte. Den Neo-Füchsen und Neo-Burschen gilt auch von dieser Stelle nochmals ein herzlicher Gruß mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Studien- und Aktivenzeit.

Zahlreiche Grußworte ließen die Verbundenheit des KV und befreundeter Verbände wie auch von OZ und anderen Korporationen mit der Rheno-Merovingia erkennen. Der Aufruf des neuen Vorsitzenden der Kultur- und Sozialstiftung, Kb Andreas Clessienne (Kur), zur Unterstützung der Arbeit der Stiftung erbrachte in einer Sammlung unter den Kommersteilnehmern die stolze Summe von über 750,- €! Allen Spendern sei dafür herzlich gedankt! Damit werden die Möglichkeiten der Stiftung verbessert, Kartellvereine im Rahmen ihres satzungsgemäßen Zweckes z.B. bei dringend erforderlichen Renovierungsarbeiten zu unterstützen.

Der Kommers fand nach gut dreieinhalb Stunden mit dem traditionellen Steigerlied seinen würdevollen Abschluss.

Das gemeinsame Wochenende von VV und Stiftungsfest der Rheno-Merovingia klang mit einem gemütlichen Exbummel zum Haus des KStV Rheno-Merovingia aus.

Was bleibt nun an Eindrücken zurück?

Der erste Versuch einer VV mit wenig Regularien und mehr Zeit für einen kartellbrüderlichen Austausch und inhaltliche Diskussionen muss eindeutig als gelungen bezeichnet werden. Der zeitliche Ansatz ermöglichte sachliche Gespräche ohne Zeitdruck. Besonders positiv war das Symposium zu erwähnen – es fand auf hohem Niveau vor einem voll besetzten Tagungssaal statt. Dabei stellten die Aktiven erfreulicherweise einen größeren Teil der Zuhörer als die AHAH. Auch die Arbeitsgruppen spiegelten das generationenübergreifende kartellbrüderliche Miteinander wider. Mehrere KbKb, die z.T. vor vielen Jahren zum letzten Mal eine VV besucht hatten, lobten spontan die offene und konstruktive Atmosphäre. Insofern bleibt nur zu wünschen, dass möglichst viele VV-Teilnehmer von diesen positiven Eindrücken in ihrem privaten Umfeld, in den Aktivitates, AHVAHV und OZOZ berichten werden. Besonders die Altherrenvereine, die in diesem Jahr nicht den Weg nach Bochum gefunden haben, möchte ich aufrufen, die sog. „kleine VV“ nicht als lästiges Übel, sondern als gute Gelegenheit zu begreifen, das kartellbrüderliche Lebensbundprinzip wieder oder neu zu erleben! Es lohnt sich, zum KV zu kommen!

 

Dr. Markus Wittenberg (Mk, Li)

Stv. Vorsitzender des AHB

Mitglied des KV-Rats

Pressesprecher

Advertisements

Ein Kommentar zu “102. Vertreterversammlung 2014 Bochum

  1. Pingback: 102. Vertreterversammlung in Bochum | Der KV-Vorort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s